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Jens Kleinefeld, als Medical Officer der UEFA seit etwa 20 Jahren bei Länderspielen im Einsatz, referierte beim UEFA Medical Symposium am DFB-Campus zum plötzlichen Herztod. In einem anschließenden Workshop schulte er die Teilnehmer*innen des Treffens an Puppen und ließ sie mit dem Defibrillator üben. Im DFB.de-Interview spricht Kleinefeld über seine Erfahrungen im Umgang mit Kollabierten.

DFB.de: Wann spricht man von einem Herzinfarkt und wann vom plötzlichen Herztod?

Jens Kleinefeld: Herzinfarkt ist eine medizinische Diagnose. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine Koronararterie verstopft ist. Teile der Muskulatur sterben ab, das kann zum Tod führen. Damit haben wir es im Fußball beziehungsweise im Leistungssport selten zu tun. Der plötzliche Herztod kommt häufiger vor und ist ein Rhythmusereignis. Dabei ist nichts verstopft, stattdessen ist der Herzrhythmus aus den Fugen geraten und es kommt zum Kammerflimmern.

DFB.de: Gibt es Statistiken darüber, wie oft ein plötzlicher Herztod im Profifußball auftritt?

Kleinefeld: Nein. Das ist garantiert im Promillebereich, ein seltenes Ereignis. Es tritt aber auf und ist, gerade, weil Fußballspiele im Fernsehen übertragen werden, relevant. Jeder Todesfall ist zu viel. Wenn Christian Eriksen wegen inadäquater Hilfe auf dem Platz verstoben wäre, wäre das eine Katastrophe gewesen.

DFB.de: Wie wichtig ist es, eine Datenbasis zu schaffen?

Kleinefeld: Da ist Tim Meyer dran. Er hat ein deutsches bzw. internationales Herztod-Register aufgebaut. Er sammelt die Daten, das ist sehr sinnvoll.

Quelle: https://www.dfb.de/news/detail/experten-tipps-zum-ploetzlichen-herztod-248178/

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